Bayerischer Landtag

Preisträger des Bürgerkulturpreises 2014 stehen fest

Feierliche Ehrung am 4. Dezember im Landtag

Donnerstag, 16. Oktober 2014


MÜNCHEN.        Die Preisträger des diesjährigen Bürgerkulturpreises des Bayerischen Landtags stehen fest. Die Jury unter dem Vorsitz von Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat heute aus über 70 hochkarätigen Bewerbungen die Projekte für zwei erste, zwei zweite, einen dritten sowie zwei Sonderpreise ausgewählt.
Der Bayerische Landtag würdigt mit dem Bürgerkulturpreis heuer zum 15. Mal das vorbildliche ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Bayern. In diesem Jahr lautete das Leitthema: „Aktiv. Kreativ. Inklusiv. – Bürgerschaftliches Engagement für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen“. Bewerbungen konnten bis zum 30. Juni 2014 eingesandt werden.

Folgende Preisträger werden am Donnerstag, 4. Dezember 2014, ab 13 Uhr im Senatssaal feierlich geehrt:

1. Preis: Projekt Harnbacher Mühle, Hartenstein/Mittelfranken.  Der Verein schafft mit dem Projekt einen integrativen Ort der Bildung, Arbeit und Entwicklung für Menschen mit und ohne Behinderung und damit Wege ins „normale Leben“: Es soll eine „Menschenschule mit Wirtshaus mit Zugang zur Natur entstehen. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler von Regel- und Förderschulen. Seit 2009 gibt es erlebnispädagogische Kurz- und Langzeitangebote, u.a. Ausflüge in die Natur, um Potenziale zu entdecken und zu entfalten.
Geplant ist zudem eine Schule für 20 Berufsschülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf und 20 Jugendliche in einem Orientierungs-Schuljahr sowie ein „integratives Unternehmen“, das heißt Mitarbeit in Gaststätte mit Garten, Seminarhaus mit Unterkunft, Handwerk und Grüne Berufe.

1. Preis: Kinder- und Jugendcircus Blamage, Mömlingen/Unterfranken. Seit 25 Jahren organisiert der Verein Circuscamps, bei dem alle  Teilnehmer – mit und ohne Behinderung – in den Campalltag integriert werden. Zielgruppe sind vorwiegend Kinder und Jugendliche ab neun Jahren. Er fördert durch sein Angebot die motorischen, kreativen, künstlerischen und sozialen Fähigkeiten von Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung. Alle Angebote sind inklusiv, das heißt sie werden gemeinsam durchgeführt, zudem es gibt auch Trainer mit Behinderung.

2. Preis: Bananenflanken-Liga, Regensburg/Oberpfalz. Der Verein bietet eine eigene Fußball-Liga für behinderte und nicht-behinderte, sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, in der diese sich wie Profis fühlen. Die Spiele werden auf öffentlichen Plätzen (zum Beispiel Einkaufszentren) ausgetragen, um die Spieler mitten in die Gesellschaft zu holen. Einmal wöchentlich findet ein Training mit professioneller Ausrüstung und Trainern (Profitrainer des SSV Jahn Regensburg) statt. Die Spiele werden mit mehreren festen Mannschaften auf öffentlichen Plätzen eine komplette Saison über veranstaltet. Zudem werden „besondere Wünsche“, beispielsweise  Treffen mit bekannten Profispielern, erfüllt.

2. Preis: Projekt „Unified Sport“ im Namen der Special Olympics Bayern, München. Das Angebot des Projekts ermöglicht Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung: Teilnahme an Wettbewerben, Trainings und Seminaren in diversen Sommer- und Wintersportarten. Wichtiges Element ist hierbei der so genannte „Unified Sport“, das heißt ein regelmäßiges gemeinsames Training von Menschen mit und ohne Behinderung und auch gemeinsame Teilnahme an Wettbewerben. Die Betreuung dieser Veranstaltungen erfolgt zu 90% durch ehrenamtliche Helfer und Koordinatoren aus Schulen, örtlichen Vereinen, aber auch durch Ärzte und medizinisches Fachpersonal sowie Studenten, die nochmals speziell vorbereitet werden.

3. Preis: Blue Notes, Förderverein Integrative Schule Coburg (FISCo). Es handelt sich um eine inklusive Jugendgruppe, die für interessierte Kinder und Jugendliche ein inklusives Freizeitprogramm erstellen. Die „Blue Notes“ schaffen ein Umfeld, in dem sich auch Kinder und Jugendliche mit Behinderungen ehrenamtlich in den unterschiedlichsten Bereichen (zum Beispiel Umwelt, Frieden, Kultur) engagieren können. So werden beispielsweise Inklusive Theaterprojekte oder Bildungskurse zum Umgang mit sozialen Netzwerken angeboten.

Darüber hinaus wurden noch zwei Sonderpreise vergeben.

Ein Sonderpreis geht an das Projekt „Spielräume“ aus München. Es bietet Hilfen für Familien mit lebensbedrohlich erkrankten bzw. schwerstbehinderten Kindern von 0-3 Jahren. Im Einsatz sind neben hauptamtlichen Experten ehrenamtliche Familienbegleiterinnen und Familienbegleiter, die den betroffenen Kindern so weit wie möglich Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen wollen. Träger ist die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München (AKM). Aktionen des Projekts sind unter anderem Familienbesuche der Familienbegleiter, Hilfen für das erkrankte/behinderte Kind und Angebote für Geschwister und Familienmitglieder sowie Gruppenaktivitäten mit den Familien, zum Beispiel Ausflüge.

Einen weiteren Sonderpreis teilen sich der Pfadfinder-Stamm König Artus mit dem Projekt „Neue Wege gehen“, das im oberfränkischen Waldbuch beheimatet ist, und der Stiftungsrat „Haus Mirjam“ aus Schöllkrippen/Unterfranken.

Die Pfadfinder integrieren junge Menschen mit Behinderungen in den Stamm König Artus. Schon 1978 wurde die Sippe „Excalibur“ gegründet. Sie besteht aus fünf Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung im Alter von 17 – 25 Jahren.


Das „Haus Mirjam“ fördert und begleitet junge Mütter mit Behinderung oder aus schwierigen sozialen Verhältnissen in ein selbstverantwortetes Leben. Dabei werden ein Mutter-Kind-Heim und eine heilpädagogische Wohngruppe betrieben. Ziel ist der Aufbau einer zuverlässigen emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind. /ap


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