Bayerischer Landtag

Wirtschaftsgeschichte lebt im Maximilianeum auf – Sonderausstellung zum 20-jährigen Bestehen des Bayerischen Wirtschaftsarchivs

Mittwoch, 24. September 2014

MÜNCHEN.        Im Bayerischen Landtag sind ab 1. Oktober Schätze aus der Wirtschaftsgeschichte zu sehen. Unter dem Motto „Eine Zukunft für die Vergangenheit“ zeigt das Bayerische Wirtschaftsarchiv anlässlich seines 20-jährigen Bestehens kostbare Originalexponate und wertvolle Dokumente, die einen detaillierten Einblick in die Historie der letzten 200 Jahre geben. Landtagspräsidentin Barbara Stamm wird die Präsentation mit wertvollen Dokumenten feierlich eröffnen. Mitwirkende beim Festakt sind außerdem Schauspielerin und Grimme-Preisträgerin Michaela May und Dr. Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK).

Ein Beispiel aus dem reichhaltigen Fundus der Gemeinschaftseinrichtung der bayerischen Industrie- und Handelskammern: „Alter: 18 Jahre, Größe: 5 Fuß 3 Zoll, Haare: braun, Stirne: hoch, Augen: grau, Nase: dick“. Diese genaue Beschreibung anstelle eines Passfotos stand im Reisepass, den 1825 die „Königliche Polizeidirection“ der Haupt- und Residenzstadt München für den Hafnergesellen Xaver Mittermayr ausgestellt hatte, der als Töpfer und Ofenbauer unterwegs war. Zusammen mit anderen wertvollen historischen Dokumenten aus der Überlieferung des familieneigenen Unternehmens, der Münchner Hafnerei Mittermayr, vertraute Michaela May diese Rarität dem Bayerischen Wirtschaftsarchiv an.

1994 hatten sich die bayerischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) dazu entschlossen, gemeinsam ein regionales Wirtschaftsarchiv für ganz Bayern aus der Taufe zu heben. In den zwanzig Jahren seines Bestehens hat es inzwischen einen Quellenfundus im Umfang von mehr als 5.500 laufenden Regalmetern an historisch bedeutsamen und einmaligen Schrift-, Bild- und Tondokumenten zusammentragen. Die Palette reicht von der Brauereiwirtschaft über schwäbische Textilunternehmen bis hin zur fränkischen Chemieindustrie oder Betrieben des Maschinenbaus. Insgesamt beherbergt das BWA Originaldokumente aus fast 2.500 Unternehmen. Archive von über 150 Betrieben hat das BWA wegen ihrer historischen Bedeutung komplett oder teilweise übernommen.

Die Schau im Maximilianeum präsentiert ausgewählte Fundstücke aus zwei Jahrzehnten Spurensuche in der bayerischen Wirtschaftsgeschichte. Zu sehen ist unter anderem die Lizenz Nr. 1 der Amerikanischen Militärregierung vom 6. Oktober 1945 für die Süddeutsche Zeitung oder die Gewerbeanmeldung von Münchens Fernsprechpionier Friedrich Reiner, der 1882 die ersten Apparate für die „Telephonie“ in München lieferte

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband.

Ausstellung „Eine Zukunft für die Vergangenheit“ ist vom 02.10.2014 bis 24.10.2014 im Bayerischen Landtag, Maximilianeum, Max-Planck-Str. 1, 81675 München, zu sehen von Montag bis Donnerstag 9 bis 16 Uhr, Freitag 9 bis 13 Uhr, der Eintritt ist frei.

Als Ansprechpartner zur Ausstellung steht Dr. Eva Moser vom Bayerischen Wirtschaftsarchiv zur Verfügung, Tel.: 0 89/51 16 – 32 85, Fax 0 89/51 16 – 35 64, E-Mail: eva.moser@muenchen.ihk.de. Hier kann auch Bildmaterial angefordert werden./ap

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