Bayerischer Landtag

Landtagspräsidentin bei Gedenken an die Opfer des Münchner Amoklaufs 2016 – „Ort ist ein Symbol, dass Opferfamilien nicht allein sind“

Samstag, 22.07.2017


MÜNCHEN.                       Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat für den Bayerischen Landtag am Gedenken an die Opfer des Münchner Amoklaufs 2016 und an der Übergabe des Erinnerungsorts an die Öffentlichkeit teilgenommen. An die Opferfamilien gewandt erklärte sie in ihrer Rede: „Wenn wir heute gemeinsam diesen Gedenkort einweihen, dann wollen wir Ihnen trotz allen Leids, das in Ihnen ist, Kraft geben. Denn dieser Ort ist ein Symbol dafür, dass Sie nicht allein sind. Und er ist ein Zeichen dafür, dass Ihre Lieben nicht vergessen werden. Sie haben hier für immer einen Platz – mitten unter uns.

Niemand, der an diesem Erinnerungsort vorbeigeht, wird das achtlos tun. Jeder wird einen Moment innehalten, einen kurzen Augenblick zurückdenken. Manche werden die Möglichkeit nutzen, erneut Kerzen und Blumen abzulegen – so wie es Unzählige seit der schrecklichen Tat getan haben, um ihr tiefes Mitgefühl auszudrücken.

Ich weiß: Das sind nur kleine Gesten. Aber sie sind ein Ausdruck dessen, dass Sie, liebe Angehörige, nicht allein sind mit Ihrer Trauer. Wir alle sind bei Ihnen.
Wir wollen nicht vergessen. Und wir lassen auch nicht zu, dass es nur der Täter ist, an den man sich erinnert – auch, wenn uns die Frage nach dem ‚Warum?‘ noch immer sehr beschäftigt.

Aber vor allem wollen wir diejenigen in unseren Herzen bewahren, für die all das keine Rolle mehr spielt. Und wir wollen uns an sie erinnern als die fröhlichen, geliebten jungen Menschen, die sie waren. Ihr Leuchten wollen wir in uns bewahren. Ihr Licht – das nun von oben kommt – soll sich spiegeln an diesem Ort. Vielleicht haben Sie ein wenig Halt gefunden in Ihren Familien, bei Ihren Freunden.

Und vielleicht konnten Sie an manchen Tagen auch wieder ein wenig Licht am Horizont erkennen – wenn auch nur schwach, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Denn der Schmerz, dass Ihnen Ihr Liebstes genommen wurde, dieser Schmerz ist ganz bestimmt noch da in Ihren Herzen – und an manchen Tagen ist er vielleicht alles, was Sie wahrnehmen können.“ /ap




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