Bayerischer Landtag

Besuch von Studierenden der Andrássy Universität Budapest

Austausch zwischen jungen Akademikern und Politikern

23. Oktober 2019

MÜNCHEN.     Die Andrássy Universität Budapest gilt europaweit als Exot unter den Bildungseinrichtungen. Der Grund: Die AUB ist die einzige vollständig deutschsprachige Universität außerhalb des deutschen Sprachraums und wurde nach deutschen Regeln und Kriterien akkreditiert. Etwa 20 Studierende der Andrássy Universität Budapest haben im Rahmen einer Exkursion zum Thema „Wirtschaftspolitik im Europa der Regionen“ Bayern besucht. Neben der Staatskanzlei konnten die jungen Akademiker auch mit Mitgliedern des Wissenschaftsausschusses ins Gespräch kommen.
Betrachtet man den Freistaat Bayern und das Land Ungarn, können größentechnisch so manche Parallelen gezogen werden. Das bemerkten sowohl die Studierenden der AUB, als auch die Bayerischen Abgeordneten. Bei einer Einwohnerzahl von knapp 10 Millionen in Ungarn und 13 Millionen in Bayern, stehen 199 ungarische Parlamentsmitglieder gegenüber 205 im Bayerischen Landtag.
Es herrschte reges Interesse bei dem Austausch zwischen den Studierenden und dem Wissenschaftsausschussvorsitzenden Robert Brannenkämper (CSU), seinem Stellvertreter Dr. Wolfgang Heubisch (FDP) und den Ausschussmitgliedern Ulrich Singer (AfD) und Susanne Kurz (Bündnis 90/Die Grünen).
Robert Brannekämper schilderte vom Tagesgeschehen im Bayerischen Landtag und den Plenarsitzungen. Seine Antwort auf die Frage, warum während den Sitzungen auch mal viele Plätze frei bleiben: „Die Abgeordneten kommen aus ihren Wahlkreisen aus ganz Bayern angereist. Sie haben in den drei Plenartagen von Dienstag bis Donnerstag viele Aufgaben im Koffer, bei denen es viele Abstimmungen nebenbei braucht.“ Stellvertreter Heubisch ergänzte: „Und wenn am Freitag und am Wochenende kein Parlament ist, sind die Abgeordneten wieder in ihren Wahlkreisen in der Heimat gefordert.“ Die Abgeordnete Susanne Kurz brachte es auf den Punkt: „Demokratie macht viel Arbeit, Monarchie wäre viel einfacher, aber dahin will glaube ich keiner zurück.“
Für die Studierenden war die Begegnung mit deutschen Politikern keine Seltenheit. Prof. Dr. Stefan Okruch: „Neben dem normalen Alltagsbetrieb ist die Uni auch Begegnungsstätte. Wir haben immer wieder Ministerpräsidentinnen oder Ministerpräsidenten aus Deutschland zu Gast.“
Als europäische Universität wird die AUB von fünf Partnerländern gefördert: Bundesrepublik Deutschland, Freistaat Bayern, Land Baden-Württemberg, Republik Österreich und Ungarn. Neben Geschichte, Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften, kann an der Andrássy Universität auch Diplomatie studiert werden.

-    Bastian Karl

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