Das sind die „Orte der Demokratie in Bayern“

Donnerstag, 22.10.2020

 

  • Der Bayerische Landtag benennt zwölf „Orte der Demokratie in Bayern“ – und das Maximilianeum.
  • Ab Herbst 2021 soll u.a. eine multimediale Wanderausstellung und eine interaktive Homepage die Orte, an denen bayerische Demokratiegeschichte geschrieben wurde, im öffentlichen Raum sichtbar und erlebbar machen.
  • Grundlage für die Liste war die Auswahl des wissenschaftlichen Beirats, der das Projekt begleitet und fachlich fundiert.

 

MÜNCHEN.   Das Präsidium des Bayerischen Landtags hat zwölf „Orte der Demokratie in Bayern“ benannt – nach der Empfehlung des wissenschaftlichen Beirats. So soll sichtbar und erlebbar gemacht werden, wie an diesen Orten die Demokratie in Bayern geprägt wurde. Damit will das Parlament das Bewusstsein für den Wert der Demokratie schärfen.

Regensburg, Nürnberg oder Wohlmuthshüll – so unterschiedlich die Orte sind, haben sie eines gemeinsam: Auf ganz besondere Weise sind sie in die Geschichte der bayerischen Demokratie eingegangen. Doch von manchen ist das nur wenig bekannt – deshalb hat der Bayerische Landtag das Projekt „Orte der Demokratie in Bayern“ ins Leben gerufen.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner: „Die vielleicht größte Gefahr für unsere Demokratie liegt in ihrer vermeintlichen Selbstverständlichkeit. Da setzt das Projekt an: Denn Geschichte wird an Orten konkret fassbar. Deshalb hat das Präsidium des Bayeri­schen Landtages entschieden, Orte der Demokratie in Bayern sichtbar und insbesondere jungen Menschen zugänglich zu machen. Unsere Gedenkstätten leisten überaus wertvolle Erinnerungsarbeit – wir wollen sie ergänzen um Feierstunden für die Demo­kratie: vor Ort. Diese Schauplätze der Demokratie haben Aufmerksamkeit verdient.“

Diese Orte wurden ausgewählt:

  • München, Maximilianeum: Seit 1949 Sitz des bayerischen Parlaments.
  • Memmingen, Haus der Kramerzunft (1525): Bauernvertreter fordern ihre Rechte ein
  • Regensburg, Altes Rathaus (1594/ 1663 – 1806): Sitz des Immerwährenden Reichstags, der Ständevertretung im Heiligen Römischen Reich
  • Gaibach (1828/ 1832): Verfassungssäule und Gaibacher Fest
  • München, Prannerstraße 8 (1818 – 1934): Sitz des Bayerischen Landtags von 1918 bis 1933/34
  • Nürnberg, Saalbau des Industrie- und Kulturvereins (1919): Gründungsort des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds
  • Bamberg, Spiegelsaal der Harmonie (1919): Verabschiedung der ersten demokratischen Verfassung des Freistaats Bayern
  • Vilshofen an der Donau (1919): „Geburtsort“ des politischen Aschermittwochs
  • Wohlmuthshüll (1945): Erste freie Wahlen nach dem Ende der NS-Herrschaft
  • München, Große Aula der Ludwig-Maximilians-Universität (1946): Tagungsort der „Verfassungsgebenden Landesversammlung“
  • Herrenchiemsee, Altes Schloss (1948): Verfassungskonvent
  • Passau (1952): Europäische Wochen der Europa-Union
  • Ermershausen (1978): Protest gegen die Eingemeindung

 

Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats und weitere Erklärungen sowie Bildmaterial (bitte Bildquelle angeben) zu den Orten finden Siehier.

(CK)

 

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