Bayerischer Landtag

Informationsreise des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Bayerischen Landtag nach Russland

Abgeordnete im Föderationsrat mit dem Vizepräsidenten. | Bildarchiv Bayerischer Landtag

Mittwoch, 07.06.2017

Der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Bayerischen Landtag reiste von 21. bis 25. Mai 2017 nach Russland. In Moskau und in der 500 km südlich gelegenen Stadt Woronesh haben die Ausschussmitglieder mit russischen Abgeordneten, Regierungsvertretern, Berufsvertretern und Praktikern über aktuelle Entwicklungen und Probleme diskutiert, die Bayern ebenso wie Russland betreffen: Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und stark schwankende Niederschlagsmengen. Teilnehmer aller Fraktionen konnten sich dabei zu ihren Themen informieren.

In Moskau wurden Gespräche mit Abgeordneten der Staatsduma und des Föderationsrats im Gebäude des Föderationsrats zur politischen Situation und zu den Chancen und Risiken im Agrarbereich geführt. Die Abgeordneten besuchten dort die aus dem Allgäu stammenden Werke der Unternehmen Hochland und Ehrmann in Raos nähe Moskau. Die modernen Werke wurden besichtigt und Themen der Milchwirtschaft diskutiert. So hat Russland nur einen Selbstversorgungsgrad von 80 % bei Milch.
Anschließend wurde ein Lieferbetriebe, die Sowchose Lenin, besichtigt. Die Sowchose Lenin hat gerade zwei neue Milchviehställe fertiggestellt. Als Melktechnik wurden westliche Melkroboter verbaut.
Vor dem Hintergrund einer im März 2017 abgeschlossenen Absichtserklärung zur Zusammenarbeit zwischen dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium und der Regierung des Gebiets Woronesh hat sich die bayerische Delegation in Woronesh mit dem dortigen Gouverneur zu Gesprächen, um die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen, getroffen. Anschließend wurde die Agraruniversität besichtigt, die einen intensiven Ausstauch mit der bayerischen Hochschule Weihenstephan-Triesdorf betreibt.
Besonders interessant war die Besichtigung eines landwirtschaftlichen Betriebs von „Ekoniva“ in der Region Woronesh, einem der größten russischen Agrarunternehmen. Das Unternehmen, deren Geschäftsführer der deutsche Stefan Dürr ist, hat in der Region Woronesh rd. 116.000 ha und 5.000 Milchkühe. Aufgrund des Embargos beträgt der Milchpreis fast 40 Cent derzeit. Neben den Milchkühen, die zur Hälfte in alten Anbindeställen und zur anderen Hälfte in modernen Liegeboxenlaufställen stehen, ist auch eine Mutterkuhherde mit rd. 500 Tieren vorhanden.

Russland ist – trotz Embargo – immer noch auf Importe im Agrar- und Lebensmittelbereich angewiesen und für Bayern gerade für Milch, Milchprodukte und Fleisch ein Absatzmarkt mit großem Potenzial.
Ein Fazit der Delegationsteilnehmer war, das sich Bayern aufgrund der sehr hohen Qualität seiner Produkte nicht vor russischen Großbetrieben nach dem Ende des Embargos fürchten muss.

Seitenanfang