Bayerischer Landtag

Schülerinnen und Schüler werden Abgeordnete für einen Tag

Landtagspräsidentin beantwortet Fragen der Jugendlichen. | Bildarchiv Bayerischer Landtag

10. Dezember 2018

- von Simon Wimmer -

MÜNCHEN         Die neue Legislaturperiode im Bayerischen Landtag kommt auf Touren. Einen Tag vor der ersten Regierungserklärung des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder schlüpfen knapp 50 Schülerinnen und Schüler aus Ottobrunn in die Rolle von Landtagsabgeordneten. Im Rahmen des Planspiels „Der Landtag sind wir!“ lernen die Heranwachsenden spielerisch die Grundregeln des Parlamentarismus.

Das Planspiel ist ein pädagogisches Angebot des Bayerischen Landtags. Unter der Schirmherrschaft der frisch gewählten Bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner bearbeiten die Schüler in ihren Parlamentarierrollen einen fiktiven Gesetzesvorschlag. Die „Fraktion der Sozialen“ will ein Gesetz zur „Stärkung des Verbraucherschutzes in Bayern“. So sieht der Entwurf vor, dass die „Zahl der Lebensmittelkontrolleure in Bayern“ erhöht wird. Bußgeldbeträge werden aufgestockt. Das Prüfergebnis der Lebensmittelkontrolleure „wird durch ein Smiley-Symbol“ in jedem Betrieb veröffentlicht. In vier Fraktionen eingeteilt, beginnen Koalitionsverhandlungen, wählen die Teilnehmer die Fraktionsvorsitzenden und teilen sich in Ausschüsse auf. Nach einer nachgestellten Konstituierung, der Wahl des Präsidiums und der ersten Lesung des Gesetzesvorschlags ziehen sich die „Abgeordneten“ zur Bearbeitung zurück, um eine Beschlussempfehlung vorlegen zu können. Nachdem eine Position in der jeweiligen Fraktion erarbeitet wird, geht es für die Schüler an die Vorbereitung ihrer Reden. Im Plenarsaal erfolgt die Aussprache und die Abstimmung zum Entwurf.

Der Tag im Landtag endet für die Ottobrunner Schüler in einer Frage-Antwort-Runde mit Landtagspräsidentin Aigner. Thematisch bilden die Fragen der Schüler ein breites politisches Spektrum ab. Vom nicht zustande gekommenen Digitalpakt, über Klimafragen, das Schulsystem, Gründe für das Abschneiden der CSU im vergangenen Landtagswahlkampf bis hin zu persönlichen Fragen an die Präsidentin zu ihrem Lebensweg, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bis Gehalt und Arbeitszeit einer Landtagspräsidentin.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass es durchaus Interesse bei jungen Menschen gibt für Politik und ihre Akteure. Präsidentin Aigner empfiehlt auf die Frage hin, wie man in der Politik Karriere machen kann, „auf kommunaler Ebene zu beginnen. Dort arbeitet man an ganz praktischen Themen. Das macht Spaß und bereitet gut vor auf mögliche weitere Aufgaben".


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