Bayerischer Landtag

Leiter der Vertreung Taipehs in Deutschland besucht Bayerischen Landtag

Eva Gottstein, Peter Meyer und Jhy-Wey Shieh (v.l.)| Bildarchiv Bayerischer Landtag
Yi-Ping Chiang, Shu-chi Yu, Jhy-Wey Shieh, Tsong Ming Hsu. (v.l.) | Bildarchiv Bayerischer Landtag
Jhy-Wey Shieh mit Vizepräsident Peter Meyer und Landtagsdirektor Peter Worm. | Bildarchiv Bayerischer Landtag

29. Januar 2018

MÜNCHEN.     "Taiwan ist ein Leuchtturm der Demokratie in ganz Asien" - mit diesem Satz begeisterte Vizepräsident Peter Meyer seine Gäste von der Vertretung Taipehs in  Deutschland. Prof. Dr. Jhy-Wey SHIEH, Leiter der Vertretung, war zu seinem Antrittsbesuch in den Bayerischen Landtag gekommen - zum zweiten Mal. Bereits von 2005 bis 2007 war Shieh Repräsentant Taiwans in Deutschland.

Traditionell sind die Beziehungen zwischen Taiwan und dem Freistaat Bayern gut und eng. Erst im November letzten Jahres hatte eine Delegation des Landtags die Insel besucht. Vizepräsident Peter Meyer bekräftigte in seiner Tischrede, er habe ausschließlich positive Eindrücke von dieser Reise mit nachhause genommen. „Getragen werden die persönlichen guten Kontakte nicht zuletzt von der Idee der freiheitlichen Demokratie, die unsere Völker über die Kontinente hinweg verbindet und deren Werte in der Republik China gleichermaßen hochgehalten werden wie bei uns in Europa. Durch unsere Kontakte als Landtag können wir kleine, aber wichtige Zeichen der Unterstützung senden und Taiwan weiterhin auf dem bemerkenswerten Weg begleiten, den dieses Land in den vergangenen Jahren gegangen ist“, erklärte Meyer. Shieh bedankte sich für diese Einschätzung und bestätigte den Eindruck des Vizepräsidenten über die Insel, die erst seit 1992 freie Wahlen kennt. „Demokratie ist für die Menschen auf Taiwan sehr, sehr wichtig.

Großes Interesse an praktischer Kooperation auf Arbeitsebene


Bei den kleinen, aber wichtigen Zeichen hakte Jhy-Wey Shieh ein: „Wir haben großes Interesse an einer konkreten Kooperation auf Arbeitsebene. Insbesondere bei den Themen Internationale Terrorismusbekämpfung, Pandemie-Vorsorge und Flugsicherheit.“ Dadurch, dass Taiwan aufgrund der völkerrechtlichen Lage in vielen internationalen Gremien nicht vertreten sei, fehle es oft an Informationen, um rechtzeitig agieren zu können, wie etwa 2003 bei Ausbruch der weltweiten Sars-Epidemie. Und nachdem Taiwan eines der Länder sei, das die internationale Staatengemeinschaft bei der Bekämpfung des sogenannten IS unterstütze, stehe man in Fadenkreuz der Terroristen und benötige den Austausch mit anderen Sicherheitsbehörden. Shieh betonte, dabei handele es sich nicht um politische Manöver, sondern ausschließlich um praktische Ansätze. Eva Gottstein, als stellvertretende Vorsitzende des Innenausschusses geladen, stimmte einem engeren Austausch prinzipiell zu. „Eine intensivere Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen ist auf jeden Fall im Interesse Bayerns“, sagte Gottstein.
Auch in anderen Bereichen sei ein Kooperation sinnvoll, ergänzet Shieh. So stehe Taiwan vor ähnlichen demographischen Herausforderungen wie die meisten westlichen Industrienationen. „Die Menschen werden älter, es kommen zu wenige junge Menschen nach. Es gibt Regionen, da haben wir Schwierigkeiten Grundschulen nicht zu schließen und auch im Universitätsbetrieb macht sich der Mangel an Nachwuchs bemerkbar“, erläuterte Shieh, der die Gelegenheit dazu nutzte, die neue Leiterin der Vertretung in München vorzustellen: Yi-Ping Chiang löst am 1. Februar 2018 die bisherige Leiterin Shu-chi Yu ab. Begleitet wurde Shieh zudem von Tsong Ming Hsu, dem Generaldirektor der Münchner Vertretung.

Der promovierte Germanist Professor Dr. Jhy-Wey Shieh ist seit 2016 wieder Leiter der Vertretung Taipeh in Deutschland. / zg

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