Bayerischer Landtag

1. Landtagsvizepräsident Bocklet empfängt Vizepräsidenten der Ungarischen Nationalversammlung Dr. Csaba Hende

Hende trug sich in das Ehrenbuch des Bayerischen Landtags ein. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Bocklet überreichte Hende als Gastgeschenk einen Kunstdruck. | Bildarchiv Bayerischer Landtag

Mittwoch, 31.01.2018

Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet empfing den Vizepräsidenten der ungarischen Nationalversammlung, Dr. Csaba Hende, zu einem Arbeitsessen im Maximilianeum. Gemeinsam mit Mitgliedern des Europaauschusses, die bei einer Informationsreise im November von Vizepräsident Hende in der Nationalversammlung in Budapest empfangen worden waren, lud Bocklet zu einem Arbeitsessen in den Akademiesaal des Bayerischen Landtags ein.

Bocklet unterstrich die lange Geschichte der freundschaftlichen Kontakte zwischen beiden Ländern und die seit jeher enge Zusammenarbeit von Ungarn und Deutschland bzw. Bayern. Die Begegnungen zwischen dem Freistaat Bayern und Ungarn seien vor allem im Jubiläumsjahr 2016 besonders intensiv gewesen, als man gemeinsam in mehreren Festveranstaltungen auf den 60. Jahrestag der ungarischen Revolution und den Freiheitskampf von 1956 zurückblickte, so Bocklet. Nicht zuletzt sei Ungarn auch ein wichtiger Wirtschafts- und Handelspartner für den Freistaat, betonte der Vizepräsident. Rund 2.300 bayerische Unternehmen pflegen Geschäftsbeziehungen mit Ungarn. Im Außenhandel ist der Freistaat mit 50 Prozent Marktanteil sogar Ungarns wichtigster Handelspartner unter den deutschen Ländern.

In seinem Grußwort betonte Bocklet auch die vielfältigen kulturellen Kontakte zwischen Bayern und Ungarn: Rund 107 Hochschulpartnerschaften würden zwischen beiden Ländern gepflegt. Neben der deutschsprachigen Andrássy-Universität in Budapest stelle auch das Ungarische Institut in Regensburg ein wichtiges Bindeglied und Symbol für die bayerisch-ungarische Zusammenarbeit auf dem akademischen Gebiet dar. Auch auf parlamentarischer Ebene finden seit Jahren rege Kontakte und fraktionsübergreifende Begegnungen statt. So reisten die Mitglieder des Ausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten im November 2017 nach Budapest und wurden dort von Vizepräsident Hende in der Nationalversammlung empfangen.

Vizepräsident Hende bedankte sich herzlich für den freundlichen Empfang und hob die hervorragenden Wirtschaftsverbindungen mit Deutschland hervor. So hätten deutsche Firmen in Ungarn mit einem Investitionsvolumen von 5 Milliarden Euro rund 40.000 Arbeitsplätze geschaffen. Deutschland trage so einen großen Anteil am stetigen Wirtschaftswachstum des mitteleuropäischen EU-Mitglieds. Von Interesse war für die Mitglieder des Ausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten neben der Sicherheitslage in Ungarn vor allem das Verhältnis von Ungarn zu den Westbalkan-Staaten. Hende bekräftigte, die Europäische Union solle die Politik der offenen Tür im Hinblick auf einen späteren Beitritt der Westbalkan-Staaten offenhalten. Momentan sei die Zeit für einen EU-Beitritt zwar noch nicht reif, aber man dürfe die Tür nicht versperren. Man werde auch künftig „am gleichen Strang für eine gute, gemeinsame Zukunft in der Europäischen Union ziehen“, so der Gast aus Ungarn.

An der Begegnung mit dem Vizepräsidenten der ungarischen Nationalversammlung nahmen außerdem der Vorsitzende des Ausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten, Dr. Franz Rieger, MdL, Alex Dorow, MdL, Johann Häusler, MdL, Dr. Martin Huber, MdL, Jürgen Mistol, MdL und Walter Taubeneder, MdL, teil./sch


Seitenanfang