Schülergroßplanspiel "Der Landtag sind wir!" im Maximilianeum

Jugendliche schlüpfen in die Rolle von Abgeordneten

18. März 2024

MÜNCHEN.   I. Landtagsvizepräsident Tobias Reiß (CSU) hat in Vertretung von Präsidentin Ilse Aigner rund 100 Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Regierungsbezirken Bayerns zum Schülergroßplanspiel in der bayerischen Volksvertretung begrüßt. Spielvorlage bildete dieses Mal das Thema „Videoüberwachung“ aus dem Bereich der Innen- und Sicherheitspolitik. Die Jugendlichen gingen dabei wieder einer Reihe von Fragen nach: Wie wird ein Gesetz gemacht? Wie läuft die Arbeit in den Ausschüssen ab? Wie organisiert man Mehrheiten? Nach welchen Spielregeln funktioniert die Zusammenarbeit in einer Koalition? Wie argumentiert man im Plenum?

"Politik geht uns alle an in der Gesellschaft", betonte I. Landtagsvizepräsident Tobias Reiß in seiner Begrüßung der Schülerinnen und Schüler und ihrer Lehrkräfte, und er fügte hinzu: "mitmachen ist da viel besser als nur zu kritisieren!" Reiß zitierte Artikel 131 der Bayerischen Verfassung und den darin enthaltenen Auftrag, Schülerinnen und Schüler im Geiste der Demokratie zu erziehen. In diesem Zusammenhang dankte er den Lehrerinnen und Lehrern für ihre wertvolle Arbeit. Ein Dankeschön sagte der Vizepräsident auch an Eva Feldmann-Wojtachnia und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Centrum für angewandte Politikforschung der LMU München gerichtet, die mit dem Projekt `Der Landtag sind wir!´ den Jugendlichen einen Einblick ins politische Alltagsgeschäft ermöglichten.

Reiß unterstrich in seiner Rede: "Wir müssen unsere Demokratie stärken und dürfen nicht Ängste vor der Zukunft schüren. Wir müssen zusammenstehen, denn die Demokratie ist ein unendlich kostbares Gut. Wenn wir in Freiheit leben wollen, gibt es nichts Besseres als die Demokratie!", so Reiß.

Teilgenommen am Planspiel haben Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe des Feodor-Lynen-Gymnasiums Planegg (Oberbayern), des Christoph-Jacob-Treu-Gymnasiums Lauf (Mittelfranken), der Privaten Realschule Pindl Regensburg (Oberpfalz) sowie der Mittelschule Dietmannsried (Schwaben).

Im Mittelpunkt stand bei dem Planspiel die Simulation eines Gesetzgebungsprozesses anhand eines vorgegebenen fiktiven Gesetzesentwurfes. Das Thema „Videoüberwachung“ aus dem Bereich der Innen- und Sicherheitspolitik bildete dieses Mal die Spielvorlage, über die die Schülerinnen und Schüler beim Planspiel berieten. Konkret ging es um einen Gesetzesentwurf der Konservativen zur Verbesserung der Sicherheit und Ordnung in Innenstädten in Bayern bezüglich einer verstärkten Videoüberwachung und der längeren Datenspeicherung. Innere Sicherheit zum Wohl der Allgemeinheit musste bei dieser Gesetzesinitiative mit Datenschutz und Persönlichkeitsrechten in Einklang gebracht werden. Teamerinnen und Teamer des Centrums für angewandte Politikforschung (C.A.P.) unterstützten die Schülerinnen und Schüler bei der Simulation. Wie im richtigen Parlamentsbetrieb erarbeiteten und diskutierten die Jugendlichen in verschiedenen Fraktionen und Ausschüssen konkrete Gesetzentwürfe, debattierten darüber im Plenum und stimmten ab.

Am Ende des Planspiels stand schließlich eine Diskussion mit den innenpolitischen Sprecherinnen / Sprechern (bzw. Vertretungen) der im Bayerischen Landtag vertretenen Fraktionen: Thorsten Freudenberger (CSU), Wolfgang Hauber (FREIE WÄHLER), Markus Walbrunn (AfD), Florian Siekmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Christiane Feichtmeier (SPD).

Beim Planspiel „Der Landtag sind wir!“ handelt es sich um ein pädagogisches Angebot des Bayerischen Landtags für Schulen. Es findet in der Regel an den Schulen vor Ort statt, teilweise aber auch direkt im Bayerischen Landtag. Das Planspiel hat das Centrum für angewandte Politikforschung der LMU München 2006 im Auftrag des Bayerischen Landtags entwickelt. Etwa 80 Planspiele finden seitdem jedes Jahr in ganz Bayern statt. Die Spielvorlagen werden ständig evaluiert und weiterentwickelt.

Weitere Bilder des Großplanspiels in den ►Pressefotos.

/ PR

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