Bayerischer Landtag

Landtagsgebäude

Der Begriff "Maximilianeum" steht für die Studienstiftung, das Bauwerk und den Sitz des Bayerischen Landtags.
Der Grundstein für das Maximilianeum wurde im Oktober 1857 gelegt. Nach 17-jähriger Bauzeit konnte es im Jahre 1874 seiner Bestimmung übergeben werden.

Luftaufnahme Maximilianeum - Copyright: Bildarchiv Bayerischer Landtag - Foto: Bavaria Luftbild Verlags GmbH
Luftaufnahme Maximilianeum
Bavaria Luftbild Verlags GmbH | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Maximilianeum - ein Name, drei Bedeutungen

Studienstiftung

Das Maximilianeum ist zu einem Begriff von dreifacher Bedeutung geworden. Zum einen ist darunter die 1852 von König Max II. gegründete Studienstiftung zu verstehen, die in ihrer Art einmalig und beispielhaft ist. In der vom König verfassten Stiftungsurkunde heißt es: "Diese Anstalt ist bestimmt, die vorhandenen Unterrichtsanstalten zu ergänzen. Jeder Bayer, welchen Standes er auch sei, kann in dieselbe eintreten, zeigt er sich hierfür befähigt. Mein Volk besitzt Eigenschaften des Geistes und des Herzens wie nicht leicht ein anderes; es braucht ihm nur Gelegenheit gegeben werden, sie zu entfalten."

Die Stiftung Maximilianeum ermöglich bis heute hochbegabten Abiturienten und seit 1980 auch hochbegabten Abiturientinnen des Landes ein von materiellen Sorgen freies Studium. Die Stipendiaten wohnen im Maximilianeum.

Gebäude

Das Maximilianeum als Gebäude ist der zweite Begriff. Der Bau wurde 1857 begonnen und 1874 vollendet. Er bildet den repräsentativen Abschluss der Münchner Maximilianstraße, mit der sich König Max II. ein städtebauliches Denkmal setzte. Der Historiker Karl Alexander von Müller, der selbst in den Genuss der Studienstiftung kam, schrieb über das Maximilianeum: "In seinem Aufbau erinnerte es wie die ganze Straße an die englische Gotik; aber seine Zierformen, Rundbogen, Säulchen und büstengefüllten Nischen waren bürokratisch ersonnene Renaissance. Unter dem leuchtend blauen Himmel, auf seiner beherrschenden Höhe, war es trotzdem nicht ohne monumentale Wirkung".
Über den Lieblingsbau des Königs schrieb der Historiker Herbert Schindler: "München wird durch das Maximilianeum gleichsam von einer Akropolis gekrönt, von einem großen Nationalbau auf der Isarbrücke." Für Max II. bedeutete das Maximilianeum Anfang und Ende seiner Benühungen um die Erneuerung der Architektur. Der Generaldirektionsrat und Architekt Friedrich Bürklein hat den Traum des Königs verwirklicht.

Zur Grundsteinlegung ließen 200 Sänger die Verse erklingen: "Bayerns hoffnungsvollen Söhnen bauet Max hier ein Asyl." Max II. erlebte die Vollendung des Baues nicht mehr, sein Sohn Ludwig II. ließ die Arbeiten fortsetzen.

Gemäß der Stiftungsurkunde gehörte zur Dotation auch eine Galerie von 30 Ölgemälden und eine Sammlung von 24 Marmorbüsten bedeutender historischer Persönlichkeiten. Die Galerie fand in drei Sälen (Plenarsaal, Senatssaal, Steinerner Saal) Platz. Die Sammlung von Historiengemälden sollte den Studierenden und dem Volk zur Unterrichtung und Erbauung dienen. Im Jahre 1943 verbrannten durch Kriegseinwirkung 13 Gemälde, die noch vorhandenen 17 sind heute in den Räumen der Stiftung, in der Neuen Pinakothek und in den Räumen des Bayerischen Landtags untergebracht.

Bis heute ist auch die Studienstiftung im Gebäude untergebracht und dessen Eigentümerin.

Sitz des Bayerischen Landtags

In der Folge des demokratischen Neuanfangs nach dem Zweiten Weltkrieg wählte der Bayerische Landtag 1949 das Maximilianeum zu seinem Sitz. Das historische Gebäude wurde seitdem in einer Reihe von Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen den Anforderungen eines modernen Parlamentsbetriebs angepasst.

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