Bayerischer Landtag

Säle/Räume

Plenarsaal leer - Copyright Bildarchiv Bayerischer Landtag, Foto Rolf Poss
Leerer Plenarsaal
Foto Rolf Poss | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Der Plenarsaal ist die Herzkammer des bayerischen Parlaments. Der 2004/05 neu gestaltete Sitzungssaal für die Vollversammlung der 180 Abgeordneten (ohne Überhang- und Ausgleichsmandate) überrascht durch seine Helligkeit, die durch die Dachkonstruktion aus Glas und das neue große Südfenster bewirkt und durch die in hellem Eichenholz ausgeführten Möbel und Wandvertäfelungen unterstrichen wird. Dazu passt die großzügig beschwingte Kurvierung der Abgeordneten-Sitzreihen und der Tribünenbrüstung sowie – im Gegenschwung – des Präsidenten-/Regierungspodiums. Modernste Technik sorgt für optimale Kommunikation und Information, beste Akustik, ausgewogenes Raumklima und störungsfreie Live-Übertragungen. Das Große Bayerische Staatswappen über dem Präsidentensitz sowie die Wappen der sieben bayerischen Regierungsbezirke an der Rückseite der Besuchertribüne in gleicher Technik gestaltete der Objektkünstler Nol Hennissen. mehr

Der Kreuzgang - Copyright Bildarchiv Bayerischer Landtag | Foto Rolf Poss
Der Kreuzgang
Foto Rolf Poss | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Ein Rundgang durch das Maximilianeum - Sitz des Bayerischen Landtags

Betreten die Gäste das Maximilianeum durch das Hauptportal im Westen, empfängt sie ein Vestibül. Beim Blick die Treppe empor erscheinen auf der Galerie ein monumentales spätgotisches Kruzifix aus Chieming und mehrere Marmorbüsten.

Auf halber Höhe teilt sich die Treppenanlage in zwei Läufe, die in den Kreuzgang und zu den offenen Arkaden des Steinernen Saales führen. Im Kreuzgang befindet sich eine in dieser Form bundesweit einzigartige zeitgeschichtliche Dokumentation. Sie enthält individuell recherchierbare Opfer-Biographien von 316 Mitgliedern bayerischer Parlamente, die unter der Nazi-Diktatur gelitten haben, und ist seit Januar 2008 an einem Computer-Terminal abrufbar. Sie ergänzt eine im Mai 2007 im Kreuzgang angebrachte Gedenktafel. So soll das Gedenken an den demokratischen Widerstand in Bayern gegen die nationalsozialistische Diktatur wach gehalten werden.

Der Steinerne Saal - Copyright Bildarchiv Bayerischer Landtag | Foto Rolf Poss
Der Steinerne Saal
Foto Rolf Poss | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

An den Seitenwänden des Steinernen Saals hängen neben dem Porträt des jungen Königs Maximilian II. von Julius Zimmermann und des ersten bayerischen Königs Max I. Joseph von Moritz Kellerhoven zwei gewaltige Leinwandbilder: südlich Die Kaiserkrönung Karls des Großen von Friedrich Kaulbach (1861) und nördlich Die Kaiserkrönung Ludwigs des Bayern von August von Kreling (1859). Sie sind Reste eines einst 30 Ölgemälde umfassenden Auftragswerks König Maximilians II. mit Ereignissen der Weltgeschichte (vom Sündenfall der Stammeltern bis zur Völkerschlacht bei Leipzig).

Im Steinernen Saal ist auch der Inhalt des Grundsteins zu sehen. Das darin aufgefundene Lokomotivenmodell mit Schlepptender dokumentiert das engagierte Eintreten König Maximilians II. für den technischen Fortschritt in seinem Land und sein persönliches Faible für die Eisenbahn.

Das südöstliche der vier Portale des Steinernen Saales führt zum Plenarsaal des Bayerischen Landtags.

Der Senatssaal - Copyright Bildarchiv Bayerischer Landtag | Foto Rolf Poss
Der Senatssaal
Foto Rolf Poss | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Das nordöstliche Portal bildet den Zugang zum einstigen Vollversammlungssaal des Bayerischen Senats - der Senatssaal. Der Senat wurde 1998 durch Volksentscheid abgeschafft und beendete seine Tätigkeit mit dem 31.12.1999. Die von den Vereinigten Werkstätten gelieferten Bronzereliefs der Wandleuchter zeigen die Bavaria und Europa sowie antike Götter und mythologische Gestalten mit Bezug auf die Körperschaften, die im Senat vertreten waren. Ein Hinweis auf die ursprüngliche Nutzung des Saals als Galeriesaal ist an der Westseite die von Wilhelm von Kaulbach (1805 - 1874) in Öl auf Leinwand in Szene gesetzte Seeschlacht zwischen Griechen und Persern bei Salamis. Das Gemälde ist 53,35 Quadratmeter groß. Daneben hängt das Historienbild des Münchner Akademieprofessors Philipp Foltz (1805 - 1877): Die Demütigung Kaiser Friedrich Barbarossas durch den Welfenherzog Heinrich den Löwen in Chiavenna 1176. Als Erinnerung an die Nachkriegszeit und die ursprüngliche Ausstattung des alten Plenarsaals hängt an der nördlichen Stirnwand des Senatssaals ein Wandteppich, der von dem aufgrund seines künstlerischen Schaffens im Dritten Reich umstrittenen Professor Hermann Kaspar (1904 - 1986) entworfen wurde und der das Große Bayerische Staatswappen zeigt. Zwei goldene Löwen halten den Wappenschild mit dem Pfälzer Löwen, dem fränkischen Rechen, dem blauen Panther Altbayerns, den drei staufischen Löwen Schwabens und den Wittelsbacher Rauten im Herzschild, gekrönt von der so genannten Volkskrone. Ebenfalls darauf zu sehen sind die Wappen der Bezirkshauptstädte Bayerns. Von links: Augsburg, München, Regensburg, Würzburg, Landshut, Bayreuth, Speyer (für die ehemals bayerische linksrheinische Pfalz) und Ansbach.

Der Präsidentengang - Copyright Bildarchiv Bayerischer Landtag | Foto Landtagsamt
Der Präsidentengang | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Das nordwestliche Portal des Steinernen Saales öffnet sich in den nördlichen Wandelgang, den so genannten Präsidentengang. Seinen Namen hat er von den dort ausgestellten Porträts der bisherigen Landtagspräsidenten.

Der Gang mündet in das heutige Konferenzzimmer, das festlichen Empfängen und Sitzungen des Ältestenrats des Landtags dient. Die Ostwand des Mittelraums nimmt ein von Engelbert Seibertz geschaffenes Fresko ein, welches das Maximilianeum in neugotischen Formen vor der Planänderung 1864 zeigt. Es stellt die imaginäre Einführung Alexander von Humboldts in einen Kreis berühmter Männer aus Kunst und Wissenschaft dar. Ergänzt wird das Gemälde durch die Allegorien der Chemie, der Wahrheit und der Architektur in den Bogenfeldern dieser Seite. An den übrigen Wandflächen reihen sich von Georg Hiltensperger gemalte Standbilder von je sechs Wohltätern und Erfindern. Diese Bilder waren als Ergänzung eines Büstenzyklus´ gedacht, der sich einst im nördlichen und südlichen Wandelgang wie in einer Ruhmeshalle hinzog.

Das südwestliche Portal des Steinernen Saales öffnet sich in den südlichen Wandelgang. Dort befinden sich über einer Tür, die in den Plenarsaal führt, zwei runde Steinreliefs von F. Schmoll gen. Eisenwerth: Die Büsten der personifizierten Gerechtigkeit und der vorausschauenden Planung sind den Abgeordneten über dem dortigen Eingang zum Plenarsaal als Maximen vor Augen gestellt. Seit Herbst 2006 hängt im südlichen Wandelgang das Gemälde Die waldige Hügellandschaft von Ferdinand Kobell (1740 - 1799), eine Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Der anschließende Raum, der den Abgeordneten als Lesesaal dient, bildet das Gegenstück zum Konferenzzimmer, besitzt aber im Gegensatz dazu Spitzbögen. An seiner Ostseite sind die Fresken verloren, die im Zentrum eine Versammlung bedeutender Staatsmänner zur Zeit des Wiener Kongresses zeigten. Dafür ist heute die Ölskizze Karl Theodor von Pilotys zum Bild des Sängerwettstreits auf der Wartburg zu sehen. Die Standbilder Friedrich Pechts an den übrigen Wänden repräsentieren je sechs Feldherren und Staatsmänner Europas.

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