Bayerischer Landtag

Konferenzbau (ehem. Erweiterungsbau Nord)

Ab dem Jahr 2008 wurde im Nordhof des Maximilianeums ein Neubau geplant, der bis zum Jahr 2012 fertig gestellt wurde und die Bezeichnung "Erweiterungsbau Nord" trug. Im Oktober 2017 wurde er in "Konferenzbau" umbenannt.

Angespannte Raumsituation im Maximilianeum
nach der Landtagswahl 2008

Nach der Landtagswahl im Herbst 2008, als mit den FREIEN WÄHLERN und der FDP zwei weitere Fraktionen in das Maximilianeum einzogen und sieben zusätzliche Abgeordnete aufgrund von Überhang- bzw. Ausgleichsmandaten einen Sitz im Parlament erhielten, hatte sich die angespannte Raumsituation im Maximilianeum nochmals deutlich verschärft: Für die auf 187 angewachsenen Zahl der Landtagsabgeordneten, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Beschäftigten der fünf Fraktionsgeschäftsstellen und des Landtagsamts reichte der Platz im Parlamentsgebäude nicht mehr aus.

Bereits in den zurückliegenden Wahlperioden war die überwiegende Zahl der Volksvertreter räumlich in den näheren Umkreis des Maximilianeums ausgewichen. Der Landtag nutzte hierzu zwei eigene sowie zwei angemietete Häuser in der Ismaninger Straße, in der Max-Planck-Straße sowie in der Inneren Wiener Straße. Nach der Landtagswahl im Herbst 2008 wurde der Bezug eines weiteren externen Gebäudes notwendig: Dieses Mal mussten Teile der Landtagsverwaltung aus dem Maximilianeum ausziehen, um Platz zu schaffen für die Fraktionen.

Im Spätherbst 2008 wurde vor diesem Hintergrund mit der Planung eines Erweiterungsbaus gestartet, und im Dezember 2008 dazu ein Architektenwettbewerb ausgelobt.

Sieger beim Architektenwettbewerb:
Büro Léon Wohlhage Wernik, Berlin

Der Architektenwettbewerb für den Erweiterungsbau im Nordhof des Maximilianeums wurde in der Sitzung des Preisgerichts am 24. März 2009 mit der Verleihung von vier Preisen und dem Ankauf einer Arbeit entschieden. Das Preisgericht, in dem alle Fraktionen des Landtags mit Sachpreisrichtern beteiligt waren, hatte 18 Arbeiten für eine bauliche Erweiterung im Nordhof zu beurteilen. Mit Preisen und einem Ankauf wurden die Arbeiten folgender Architekten ausgezeichnet:

1. Preis: Léon Wohlhage Wernik, Berlin
(Dokument vorlesen)2. Preis: Robert Rechenauer, München
3. Preis: Hirmer + Riehl, München
4. Preis: Herrmann + Bosch, Stuttgart
Ankauf: Braun + Partner, München.

Bild: Landtagspräsidentin Barbara Stamm und die Architektin Hilde Léon mit dem Siegermodell vom zukünftigen Erweiterungsbau Nord im Nordhof des Maximilianeums. - Copyright: Bildarchiv Bayerischer Landtag - Foto: Rolf Poss
Bild: Landtagspräsidentin Barbara Stamm und die Architektin Hilde Léon mit dem Siegermodell vom zukünftigen Erweiterungsbau Nord im Nordhof des Maximilianeums. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Bauchronik

Am 26. Mai 2009 entschieden das Präsidium und die Baukommission des Bayerischen Landtags in einer gemeinsamen Sitzung, das Berliner Büro Léon Wohlhage Wernik mit der Errichtung eines Erweiterungsbaus im Nordhof des Maximilianeums zu beauftragen.

Nach Erteilung des Planungsauftrags am 26. Mai 2009 traf die vom Präsidium eingesetzte Baukommission in weiteren Sitzungen bis zur Sommerpause alle notwendigen Entscheidungen für die Haushaltsunterlage. Diese wurde am 8. Oktober 2009 vom Haushaltsausschuss genehmigt.

Ende 2009 starteten die Bauarbeiten. Als Vorausmaßnahme wurde die Gebäudeunterkante zwischen dem Altbau und dem Nordbau erhöht, wodurch sich die Situation für LKW bei der Durchfahrt verbesserte. Ende Januar 2010 war diese Baumaßnahme abgeschlossen.

Im Februar/März 2010 wurde der Saalanbau Nord mit seinen drei Etagen (Konferenzsaal, zehn Büros, Schwimmbad) abgebrochen.

Ende März 2010 wurde mit dem Aushub der Baugrube für das neue achtstöckige Gebäude (zwei Untergeschosse, Erdgeschoss, fünf Obergeschosse) begonnen. Aufgrund der beengten Baufläche zwischen dem bestehenden Nordbau und der Rondellmauer wurden für den Baugrubenverbau rund 200 Betonpfähle notwendig. Hierzu fanden über einen Zeitraum von zwei Monaten hinweg umfangreiche Bohrarbeiten unter Einsatz von lärm- und erschütterungsintensiven Großgeräten statt. Da teilweise direkt am Gebäude bzw. vor den Fenstern gearbeitet wurde, mussten aus Sicherheitsgründen zeitweise die ersten vier Fensterreihen auf der Nordseite und die ersten drei Fensterreihen auf der Westseite des Bestandsgebäudes mit Holzplatten verschalt werden. Die Nutzer dieser Räume mussten vorübergehend in provisorischen Büros oder auch in Außengebäuden untergebracht werden.

Im Frühsommer 2010 wurde mit den Rohbauarbeiten begonnen. In der zweiten Jahreshälfte wurde entsprechend des Baufortschritts etagenweise die Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Gebäude hergestellt. Für die davon betroffenen Zimmer wurden rechtzeitig Ersatzräume zur Verfügung gestellt. Das Richtfest zum Erweiterungsbau im Nordhof fand am 24. Februar 2011 statt.

Die Übergänge zwischen Nordbau und Neubau befinden sich jeweils im 1. bis 5. Stock. Der Durchstich wurde im Sommer 2011 durchgeführt. Der Bezug des Gebäudes erfolgte ab April 2012. Am 24. Mai 2012 wurde die Einweihung gefeiert. mehr

Die Kosten für den Neubau betrugen 15,4 Millionen Euro. Hinzu kamen rund 2,1 Millionen Euro für den Verbindungsbau Altbau-Nord sowie für Anpassungsmaßnahmen im Bestand.

Weitere Informationen im Online-Magazin Maximilianeum:

- Der Erweiterungsbau setzt Maßstäbe für die Zukunft mehr
- „Die Landtagsfamilie ist wieder unter einem Dach vereint“ - Interview mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm mehr

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