Historische Galerie

Die „Historische Gallerie“ König Maximilians II. umfasste ursprünglich 30 monumentale Ölgemälde. Der Bilderzyklus zeigt Ereignisse der Weltgeschichte – vom Sündenfall bis zur Völkerschlacht bei Leipzig.

1852 gab König Maximilian II. eine Gemäldegalerie in Auftrag mit dem Ziel, „Hauptmomente der Weltgeschichte“ durch die Kunst zu veranschaulichen. Es war dies Ausdruck seines Geschichtsbewusstseins und seiner bildungspolitischen Absichten.

Unter der Leitung von Leo von Klenze entstanden zwischen 1850 und 1874 insgesamt 30 Gemälde, die überwiegend von Münchner Malern geschaffen wurden. Der Bilderzyklus stellte in chronologischer Reihenfolge historisch bezeugte Ereignisse wie Krönungen oder Schlachten, aber auch sagenhafte und biblische Szenen dar. Die Gemälde wurden im ersten Obergeschoss des Maximilianeums in drei großen Sälen ausgestellt.

Nur 17 Gemälde überstanden den Zweiten Weltkrieg. Sie sind heute in den nicht öffentlich zugänglichen Räumen der Stiftung Maximilianeum sowie in den Räumen des Bayerischen Landtags untergebracht. Ein Gemälde hängt in der Neuen Pinakothek, München.

Die Seeschlacht bei Salamis

In der größten Seeschlacht des Altertums siegten die Griechen 480 vor Christus bei Salamis, einer Insel nahe Athen, gegen die übermächtige Flotte der Perser. Der persische Versuch, Griechenland zu erobern war dadurch gescheitert. Die Demokratie Athens hatte gesiegt. Athen stieg in der Folgezeit zur vorherrschenden Macht in Griechenland auf.

Dieses Gemälde hängt im Senatssaal des Maximilianeums.

Kalif Harun al Raschid empfängt die Gesandten Karls des Großen in Bagdad

Das Bild veranschaulicht den Machtanspruch Karls des Großen: Indem der Frankenkönig Gesandte zu einem der mächtigsten Herrscher der damaligen Zeit sandte, unterstrich er die eigene Bedeutung. Das Frankenreich nahm im Frühmittelalter die Vormachtstellung in Mitteleuropa ein.

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich).

Die Kaiserkrönung Karls des Großen zu Rom durch Papst Leo III. im Jahr 800

Als mächtigster Herrscher des Abendlandes ließ sich Karl der Große im Jahr 800 zum Kaiser krönen. Er trat damit die Nachfolge der Römischen Kaiser an. Nach dem Tod Karls des Großen und nach der Aufteilung seines Reiches ging der Anspruch auf die Kaiserkrone auf das ostfränkische, das spätere römisch-deutsche Reich über.

Heute im Steinernen Saal des Maximilianeums

König Otto I. siegt 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg über die Ungarn

Mit dem Sieg König Ottos I. (ab 962 Kaiser) über die Ungarn konnte die Gefahr der lange Zeit Angst und Schrecken verbreitenden Ungarneinfälle gebannt werden. Damit war die Grundlage für einen politischen und wirtschaftlichen Aufschwung geschaffen, der zur Vorherrschaft des Ostfrankenreiches und dessen römisch-deutschem Kaisertum führte.

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich)

König Heinrich IV. als Büßer zu Canossa im Jahr 1077

König Heinrich IV. zog 1077 nach Canossa (Italien) zu Papst Gregor VII., um die Aufhebung des Kirchenbanns zu erbitten, mit dem ihn der Papst im so genannten Investiturstreit belegt hatte. Heinrich musste damit den Vorrang des Papstes in kirchenpolitischen Fragen anerkennen. Im übertragenen Sinn wird die Bezeichnung „Gang nach Canossa“ heute für einen demütigen Bittgang verwendet.

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich)

Eroberung Jerusalems durch Gottfried von Bouillon im Jahr 1099 und Verehrung der heiligen Stätten durch die Kreuzfahrer

Im ersten Kreuzzug zur Befreiung Palästinas von den Moslems, zu dem Papst Urban II. im Jahre 1095 aufgerufen hatte, eroberte das Kreuzritterheer 1099 Jerusalem. Gottfried von Bouillon drang als einer der ersten in die Stadt ein und wurde zum ersten Regenten des christlichen Königreiches Jerusalem.

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich)

Demütigung Kaiser Friedrich Barbarossas durch Heinrich den Löwen in Chiavenna

Kaiser Friedrich I. Barbarossa war 1176 bei einem seiner Feldzüge gegen die oberitalienischen Städte auf Hilfe angewiesen und bat den bayerisch-sächsischen Herzog Heinrich den Löwen, der 1158 München gegründet hatte, auf Knien um Unterstützung. Dieser versagte seinem Kaiser jedoch die Gefolgschaft. Heinrich büßte seine Untreue 1180 mit dem Verlust des Herzogtums Bayern. Nachfolger wurden die Wittelsbacher, welche Bayern bis 1918 ununterbrochen regierten.

Dieses Gemälde hängt im Senatssaal des Maximilianeums

Der Hof Kaiser Friedrichs II. zu Palermo empfängt eine arabische Gesandtschaft

Der Hof Kaiser Friedrichs II. zu Palermo empfängt eine arabische Gesandtschaft (1230)

Arthur Georg von Ramberg 1865

 

Kaiser Friedrich II. (1194-1250), der Enkel Friedrich Barbarossas, wirkte vor allem in Italien. Er war für die Wissenschaften und Künste besonders aufgeschlossen und pflegte auch Kontakt zu den Arabern, die damals auf vielen Gebieten führend waren. Dies brachte Friedrich den Vorwurf ein, ein Islamfreund zu sein. Er galt allgemein als ein „Wunderwesen“ unter den römisch-deutschen Herrschern des Mittelalters, zugleich aber auch als einer der letzten starken mittelalterlichen Kaiser, welcher den Machtkampf mit dem Papst nicht scheute.

Heute in der Neuen Pinakothek in München

Kaiserkrönung Ludwigs des Bayern in Rom

Als einziger bayerischer Herzog aus dem Hause Wittelsbach wurde Ludwig der Bayer 1328 in Rom zum Kaiser gekrönt. Dieses Ereignis steht für eine besondere Blütezeit der Wittelsbacher, in der die Familie neben Bayern und der Pfalz auch Tirol, Brandenburg und Teile der Niederlande beherrschte. Mit der Kaiserkrönung Ludwigs schien es, als könnten sich die Wittelsbacher gegen ihre Konkurrenten durchsetzen. Tatsächlich aber bedeutete die Herrschaft Ludwigs bereits den Höhe- und Wendepunkt: In der Folgezeit dominierten die Luxemburger, später die Habsburger im Heiligen Römischen Reich.

Heute im Steinernen Saal des Maximilianeums

Luther auf dem Reichstag zu Worms

Kaiser Karl V. zitierte den Augustinermönch Martin Luther 1521 auf den Reichstag nach Worms, um ihn zum Widerruf seiner im ganzen Reich für Aufruhr und Unruhe sorgenden Thesen zu bewegen. Luther weigerte sich jedoch der Überlieferung nach mit den Worten: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“. Damit scheiterte der Versuch des Kaisers, die Spaltung der Kirche und damit die Reformation zu verhindern.

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich)

Die Heerschau der Königin Elisabeth I. von England im Angesicht der spanischen Armada

Spanien war im 16. Jahrhundert auf dem Kontinent wie auch zur See die vorherrschende Macht in Europa. Spanische Entdecker und Eroberer hatten ein weltumspannendes Reich begründet. Die aufstrebende und herausfordernde Seemacht England sollte 1588 durch eine riesige spanische Flotte in ihre Schranken gewiesen werden. Mit dem überraschenden Sieg der Engländer im Ärmelkanal legte Königin Elisabeth I. jedoch den Grundstein für den Aufstieg Englands zur ersten See- und Handelsmacht.

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich)

Gründung der Katholischen Liga durch Herzog Maximilian I. von Bayern

Die Reformation hatte die deutschen Fürsten nicht nur religiös sondern auch politisch tief gespalten. Mit der Katholischen Liga unter der Führung des Bayerischen Kurfürsten Maximilian I. und mit der 1608 gegründeten Protestantischen Union standen sich zwei Bündnisse unversöhnlich gegenüber. Der schwelende Konflikt entlud sich wenige Jahre später im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648).

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich)

Ludwig XIV. empfängt in Versailles eine genuesische Gesandtschaft

Die außergewöhnliche Prachtentfaltung am Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. (1638-1715) in Versailles wurde zum Vorbild für viele Höfe in ganz Europa. Auch in Deutschland ahmten die Fürsten den Stil und die Kultur des französischen Hofes nach. Schloss Versailles und Ludwig XIV. gelten bis heute als Symbol des höfischen Absolutismus, der in dem Ludwig zugeschriebenen Ausspruch „Der Staat bin ich“ gipfelt.

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich)

Zar Peter der Große gründet Petersburg

Peter der Große formte Anfang des 18. Jahrhunderts aus dem bis dahin rückständigen Zarenreich Russland eine neue Großmacht. Durch weitreichende innere Reformen gelang ihm der Anschluss an die modernen europäischen Mächte. Mit der Gründung der nach ihm benannten neuen Hauptstadt Sankt Petersburg und vor allem mit ihrem Hafen an der Ostsee wollte Peter für Russland ein „Fenster nach Europa“ öffnen.

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich)

Sieg Friedrichs des Großen in der Schlacht von Zorndorf

Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) behauptete sich Preußen, unterstützt nur durch Großbritannien, gegen eine überlegene Allianz aus Österreich, Frankreich und Russland. In der Schlacht von Zorndorf gelang es Friedrich dem Großen in höchster Not, die russische Armee zurückzuschlagen. Preußen konnte sich bis zum Frieden von Hubertusburg 1763 erfolgreich gegen seine Gegner wehren und stieg damit zur fünften Großmacht in Europa auf.

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich)

General George Washington zwingt den englischen General Cornwallis zur Übergabe der Festung Yorktown

Durch die Kapitulation von Yorktown musste sich England im Krieg gegen seine Kolonien an der amerikanischen Ostküste geschlagen geben und deren Unabhängigkeit darauf im Friedensschluss von 1783 anerkennen. Die „Vereinigten Staaten“ entwickelten sich im 19. Jahrhundert zur Großmacht und machten den Europäischen Mächten die Vorherrschaft in der Welt streitig.

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich)

Völkerschlacht bei Leipzig

In der Völkerschlacht bei Leipzig siegte 1813 die antifranzösische Allianz über Napoleon. Die Herrschaft Frankreichs über weite Teile Europas war damit zunächst gebrochen und die deutschen Staaten wieder frei. Napoleon wurde nach Elba verbannt, kehrte jedoch als Feldherr zurück, bevor er bei Waterloo 1815 seine endgültige Niederlage erlitt. 

Heute in den Räumen der Studienstiftung Maximilianeum (nicht öffentlich zugänglich)

Rechts sehen Sie ein Bild des im Zweiten Weltkrieg verbrannten Zyklus: Geburt - Kreuzigung - Auferstehung Christi. Darunter sind der nördliche und südliche Galeriesaal zu sehen, festlich eingedeckt anlässlich der Grundsteinlegung für den Studienbau des Deutschen Museums am 04. September 1928.

Der Baumeister Friedrich Bürklein

Der Grundstein des Maximilianeums

Säle/Räume

Der Außenbau und seine Bildwerke

Kunstband und Kunstführer "Das Maximilianeum"

Der Kunstband und der Kunstführer "Das Maximilianeum" können über den Verlag Schnell & Steiner bestellt werden. 

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