Bayerischer Landtag

Plenarsaal

Der Plenarsaal wird gerne als die „Herzkammer“ des Parlaments bezeichnet: Hier wird der Ministerpräsident gewählt, hier finden die großen Debatten statt, hier werden Gesetze beschlossen und fallen weit reichende Entscheidungen über die Zukunft des Landes.

Der Plenarsaal | © Bildarchiv Bayerischer Landtag | Foto Rolf Poss
Der Plenarsaal
Foto Rolf Poss | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Der Plenarsaal

Die Anordnung und Anzahl der Abgeordnetenplätze im Plenarsaal kann flexibel gestaltet werden (Tischmodule). Für die 180 Abgeordneten sind Plätze im Parkett und weitere Plätze auf der Regierungsbank eingerichtet. Der Saal bietet soviel Platz, dass jeder Abgeordnete, ohne die anderen zu stören, aufstehen oder sich bewegen kann. Die Quellluftauslässe in den Tischen ermöglichen eine zugfreie Belüftung des Saales. Auf der Galerie befinden sich insgesamt 133 Plätze, davon 71 für Besucher, 46 für Journalisten und 16 für Ehrengäste. Durch die Glasdecke und Dachverglasung gelangt viel Tageslicht in den Saal und schafft zusammen mit dem hellen Holzausbau Transparenz und Leichtigkeit.

Die Sitzordnung im Plenarsaal

Unter dem Großen Bayerischen Staatswappen sitzt der/die Landtagspräsident/in. Die Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags wechseln sich mit dem/der Präsidenten/in in der Leitung der Vollversammlung ab. Die Sitzungsleitung achtet darauf, dass die Regeln der Geschäftsordnung eingehalten werden. Diese geben sich die Abgeordneten am Anfang jeder Wahlperiode selbst. Sie enthält eine Fülle von Spielregeln, die für alle verbindlich sind. So kann der Parlamentsbetrieb fair, geordnet und effizient ablaufen.
Rechts und links vom Präsidentenplatz sehen Sie die Schriftführer/-innen. Sie sind Abgeordnete, die als Mitglieder des Präsidiums während der Plenardebatte die jeweilige Sitzungsleitung unterstützen.
Wichtige Akteure im Plenum sind die Fraktionsvorsitzenden. Sie haben ihren Platz in der ersten Reihe der Abgeordnetenplätze. Neben und unmittelbar hinter ihnen sitzen die Mitglieder des Fraktionsvorstands und Vorsitzende bzw. stellvertretende Vorsitzende der Ausschüsse.

Auf den Bänken rechts und links des Redepults sehen Sie die Mitglieder der Staatsregierung. Der Ministerpräsident und seine 17 Staatsminister und Staatssekretäre können von hier aus die Debatte verfolgen und jederzeit am Rednerpult das Wort ergreifen. Diejenigen Abgeordneten, die dem Kabinett angehören, haben ihre Plätze auf den Regierungsbänken. In der zweiten Reihe hinter der Regierung sitzen die so genannten Landtagsbeauftragten der Ministerien, die den Kabinettsmitgliedern im Plenum zuarbeiten.

Auch das Landtagsamt ist im Plenum vertreten: Vom Platz des Präsidiums aus gesehen, haben links der Landtagsdirektor, ein zuständiger Abteilungsleiter und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Plenarreferats ihre Plätze. Sie unterstützen die Sitzungsleitung und besprechen z. B. mit den Fraktionsführungen, mit einzelnen Abgeordneten oder auch mit Kabinettsmitgliedern klärungsbedürftige Fragen zur Tagesordnung. Die Sitzungsleitung wird aktuell informiert und kann so rasch reagieren, wenn etwa eine Fraktion eine namentliche Abstimmung wünscht oder beispielsweise ein Mitglied der Staatsregierung das Wort ergreifen will.
Der Plenardienst des Landtagsamts ist auch für Plenum Online zuständig. Das elektronische Service-Angebot des Bayerischen Landtags ermöglicht es allen Interessierten, die Plenardebatten live im Internet zu verfolgen; dazu gibt es Sachhinweise zur Tagesordnung.

Die aktuelle Sitzordnung im Plenum können Sie hier einsehen.

Trotz Internet und technischem Fortschritt haben auch Stenografen ihren Platz im Plenarsaal – unmittelbar vor dem Redepult. Dort schreiben sie in bis zu 400 Silben pro Minute wörtlich alles mit, was in der Sitzung gesagt wird. Dazu gehören nicht nur die Reden, sondern auch die Zwischenrufe! Die Stenografen wechseln sich alle zehn Minuten ab. Mit ihrem Manuskript gehen sie in ihr Büro und veranlassen die Eingabe des Textes in den PC. Da aus ihren Mitschriften die offiziellen Sitzungsprotokolle des Bayerischen Landtags erwachsen, müssen die Stenografen sehr schnell und sorgfältig arbeiten.

An ihrer bordeauxfarbenen Dienstkleidung erkennt man die Offiziantinnen und Offizianten. Sie haben vielfältige und wichtige Aufgaben: Z. B. kontrollieren sie den Zugang zum Saal, sind für die Anwesenheitslisten zuständig oder verteilen aktuelle Unterlagen an die Abgeordneten.

Der Plenarsaal von 1949 bis 2004 | © Bildarchiv Bayerischer Landtag | Foto Sigmar Holstein
Der Plenarsaal von 1949 bis 2004
Foto Sigmar Holstein | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Der alte Plenarsaal

Der 1949 entstandene Plenarsaal im Maximilianeum mit 204 Abgeordnetenplätzen wies enge Sitzverhältnisse auf. Die Führung von Zu- und Abluft verbarg sich geschickt im historischen Mauerwerk, aber die Raumluftkonditionierung war wegen zu geringer Querschnitte nicht befriedigend. Die für die ausreichende Beleuchtung des Saales im Deckenhohlraum installierten Leuchten verdeckten 50 % der Lichtdeckenfläche, sodass das Tageslicht kaum noch in den Saal gelangte.

Der frühere Plenarsaal des Bayerischen Landtags war in die Jahre gekommen. Seit seiner feierlichen Eröffnung am 11. Januar 1949 in Gegenwart des Präsidenten des damaligen Parlamentarischen Rates, Konrad Adenauer, bis zur letzten Plenarsitzung am 22. Juli 2004 hatte der Saal eine gewisse historische Patina angenommen. Gut 55 Jahre Parlamentsbetrieb sowie zahlreiche Sonderveranstaltungen – sowohl Feierstunden als auch Trauerakte – waren nicht spurlos an der seit ihren Anfängen unverändert gebliebenen Einrichtung vorübergegangen. Viele Bürgerinnen und Bürger, die an den Tagen der offenen Tür oder bei einem regulären Landtagsbesuch die Gelegenheit wahrgenommen hatten, auf einem der Abgeordnetenstühle Platz zu nehmen, stellten dabei fest, schon einmal weniger beengt gesessen zu sein. Auch die technische Ausstattung entsprach schon längst nicht mehr den Anforderungen an ein modernes Arbeitsparlament.

Der Plenarsaal | © Bildarchiv Bayerischer Landtag | Foto Rolf Poss
Der Plenarsaal
Foto Rolf Poss | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Der endgültigen Entscheidung gingen zwei Architekturwettbewerbe (2000 und 2001) mit zahlreichen, zum Teil hoch fliegenden Überlegungen über die künftige Lage und Gestaltung des neuen Plenarsaales voraus.
Nach gründlicher Prüfung und Beratung traf das Präsidium des Bayerischen Landtags die Entscheidung, den bisherigen Plenarsaal von Grund auf zu sanieren und so umzubauen, dass er den zeitgemäßen Bedingungen eines funktionalen Parlamentssaales entspricht. Oberste Richtschnur war die Verbesserung der Arbeitsbedingungen – im Hinblick auf Belichtung, Belüftung, Brandschutz und die Funktionalität der Abgeordnetenplätze – sowie ein erleichterter und auch barrierefreier Zugang in den Saal und auf die neue Besuchertribüne.

Mit dem Umbau wurde der Preisträger des Wettbewerbs des Jahres 2000 beauftragt, das Büro Volker Staab aus Berlin, das auch schon 1992 den Wettbewerb für die Anbauten an der Ostseite des Maximilianeums für sich entschieden hatte. Baubeginn war der 23. Juli 2004. Es folgten rund 15 Monate intensivster Bauzeit, in der ein völlig neuer, mit moderner EDV- und Medientechnik ausgestatteter Plenarsaal entstand, der in seinem Inneren keinerlei Gemeinsamkeiten mehr mit seinem Vorgänger aufweist. Für das erfolgreiche Gelingen dieses umfassenden und dringend notwendigen Bauprojekts war es von entscheidender Bedeutung, dass alle beteiligten Stellen – der Bayerische Landtag, die Ministerien, insbesondere die Oberste Baubehörde, das Universitätsbauamt München, die Stiftung Maximilianeum, die Architekten, Ingenieure und die ausführenden Unternehmen – konstruktiv und konsequent auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiteten. Die Baukosten betrugen 9,9 Mio Euro.

Die ersten Plenarsitzungen nach dem Umbau fanden vom 13. bis 15. Dezember 2005 statt. Seit diesem Zeitpunkt werden Plenarsitzungen live im Internet übertragen und können über das Videoarchiv jederzeit in Bild und Ton abgerufen werden (Web-TV). Sie können den Plenarsaal auf einer virtuellen 360 Grad-Tour selbst besichtigen.

Der Plenarsaal | © Bildarchiv Bayerischer Landtag | Foto Rolf Poss
Der Plenarsaal
Foto Rolf Poss | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Die Umgestaltung des Plenarsaales aus der Sicht des Architekten

Es galt, aus den Eigenarten und mit den Schwierigkeiten des Vorgefundenen eine Raumidee zu entwickeln, die einerseits die funktionalen Anforderungen an ein zeitgemäßes Parlament erfüllt, die der Beengtheit und Hermetik der vorhandenen Hülle und der schwierigen Raumproportion entgegenarbeitet.
So wird eine horizontale Zweiteilung des Raumes vorgesehen: Eine Raumschale aus Holz, Leder und textilen Oberflächen organisiert die Funktionsflächen des Saales – die Parlaments sitze, die Regierungsbank, die Zuschauertribünen und die Technikräume – sie ist die Basis des Raumes. Eine zweite Raumschale im oberen Bereich aus satiniertem Glas öffnet den Raum zum Licht, schafft einen neuen Horizont im Raum und lässt so die tatsächliche Begrenzung des Raumes verschwinden. Unterstützt wird diese Auflösung der ursprünglichen Raumkontur dadurch, dass die Holzschale sich in die Glasschale hineindrückt. Die äußere Begrenzung des Raumes wird modelliert; die vorhandene Raumgrenze tritt nicht in Erscheinung. Es entsteht eine neue Maßstäblichkeit im Raum, die auch die beengte Proportion des Raumes verändert. Durch die Drehung der inneren Organisation des Saales mit der Regierungsbank an der Ostseite des Raumes ergibt sich eine selbstverständliche Erschließung für die Abgeordneten von der westlichen Wandelhalle und dem Lesesaal. Zusätzlich ist ein Zugang von dem Steinernen Saal vorgesehen. Dieser seitliche Zugang erhält seine Entsprechung über die Öffnung eines großen Fensters auf der Südseite des Hauses. Die Sitzplätze der Abgeordneten werden in konzentrischen Sitzreihen organisiert. Ein durchgehendes Raster in den Reihen ermöglicht eine flexible Bestuhlung für die sich ver ändernden Fraktionsstärken. Mit festmontierten, aber beweglichen und drehbaren Stühlen ist das Vorbeigehen hinter den Sitzenden gewährleistet. Die Zuschauergalerie ist entsprechend der Abgeordnetenplätze konzentrisch im rückwärtigen Bereich untergebracht, und mit zwei seitlichen Aufgängen von der Wandelhalle bzw. vom Lesesaal ist sie für die Presse und die Ehrengäste erreichbar. Die Besucher kommen über das östlich vorhandene Treppenhaus.
Der Technikraum und der Raum des Bayerischen Rundfunks sind unter der Galerie untergebracht. Fest eingebaute Kamerapositionen in der Galerie und Präsidiumswand stehen zur Verfügung.
Die Glasschale im oberen Raumbereich ist durch eine punktgelagerte Konstruktion gehalten. Diese neuartige Konstruktion der hinterschnittenen Verankerung wurde hier erstmalig für eine Deckenverglasung eingesetzt. Aus sandgestrahltem Glas sorgt sie Tag und Nacht für die Grundbeleuchtung des Raumes. Über ein spezielles Prismenglas in der äußeren Dachhaut kann zwar ein Großteil des Wärmeeintrages vermieden werden, der atmosphärisch wichtige Wechsel des Wetters, der Tages- und Jahreszeit bleibt aber erlebbar. (Volker Staab, Architekt)

Die Baudurchführung bei laufendem Parlamentsbetrieb

Unmittelbar nach Ende der letzten Plenarsitzung im Juli 2004 wurden die Sanierungsarbeiten zur Schaffung des neuen Plenarsaales unter der Bauleitung von IMP Ing.-Büro für Bauwesen, Dipl.-Ing. Mertig + Prüschenk, begonnen. Abgebrochen wurden die Glasdecke, das Glasdach samt angrenzender Dächer und die beiden seitlichen Galerien für Zuschauer und Presse. Zum Schutz des Gebäudes wurde der gesamte Südflügel mit einem 33 m hohen und 18 m breiten freigespanntenSchutzdach versehen.
Anfangs gingen die Bauarbeiten planmäßig voran, bis in die vermeintlich massiven, bis 1,80 m dicken Umfassungswände Auflager für die neue Galerie geschaffen werden sollten. Vorgefunden wurden zweischalige Wände mit viel Luftraum dazwischen und aus der Zeit des Wiederaufbaues nach dem 2. Weltkrieg verschiedenstes Mauerwerk. Diese erste Bauverzögerung durch die Unwägbarkeiten historischen Mauerwerks wurde durch Sonderschichten über den Jahreswechsel hin aufgefangen. Die nächsten Verzögerungen jedoch entstanden durch den langen und kalten Winter. Schließlich stieg während des Isarhochwassers im Sommer die Luftfeuchtigkeit so stark an, dass die Holzverkleidungen der Wände wegen der Gefahr des Aufquellens nicht eingebaut werden konnten.
Die Summe der im Zuge der Bauaus auftretenden Erschwernisse stellten an alle Beteiligen hohe Anforderungen an die terminliche Koordination, zumal der zugesagte Endtermin unbedingt einzuhalten war. Der Termindruck wirkte sich vor allem beim Innenausbau aus. Die hochwertigen Ein bauten aus Holz mussten vor nachgezogenen Rohbau- und Rohinstallationsarbeiten geschützt werden.
Dank der hohen Kooperationsbereitschaft der ausführenden Firmen und der Sachkunde der beteiligten Architekten und Ingenieure konnte dem Bayerischen Landtag die neue Wirkungsstätte termingerecht übergeben werden.

Die technische Ausstattung des Plenarsaales

Ein großer Wunsch der Abgeordneten war, dass im Zuge der Saalsanierung die sehr unbefriedigende Tageslichtsituation verbessert wird. Bei den oft langen Plenarsitzungen wollte man den Bezug nach außen spüren – den Wechsel der Tageszeit, den Wechsel von Sonnenlicht und Wolken, am besten den weißblauen Himmel Bayerns.
Mit der Planung der Dachverglasung und der Lichtdecke wurde das Ing.-Büro R + R Fuchs, München, beauftragt. Die nunmehr vergrößerte neue Dachverglasung erhielt eine nach Süden ausgerichtete Prismeneinlage zwischen den Scheiben, die nur das Tageslicht aus nördlicher Richtung durchlässt. So wird zu starke Sonneneinstrahlung vermieden und das Tageslicht blendfrei in den Saal geleitet. Die Anordnung der Leuchten im Deckenhohlraum machen durch Einsatz moderner Leuchtmittel- und Reflektortechnik den übergangslosen Wechsel von Tageslicht zu Kunstlicht möglich. Die Lichttechnik wurde vom planenden Büro LichtKunstLicht, Berlin, in verschiedenen Simulationen vorbereitet. Die Lichtdecke selbst ist aus ca. 25 mm dickem satinierten Verbundglas gefertigt. Für die Aufhängung der Glastafeln wurden erstmalig sog. Hinterschnittanker für Überkopfverglasung verwendet, wobei die Sichtseite der Glasscheiben ohne Durchbrechung durch die Metallbefestigung herstellbar ist. Hierfür waren umfangreiche statische Betrachtungen durch das beauftragte Ing.-Büro Siebenson + Bracher, München, Ausziehversuche und eine Zustimmung im Einzelfall nach Art. 22 BayBO erforderlich, die in Zusammenarbeit mit der Obersten Baubehörde im Innenministerium, der Landeshauptstadt München und den Statikern erwirkt wurde.
Im Hinblick auf einen modernen Parlamentsbetrieb wurde auch Wert gelegt auf eine zeitgemäße Installation von Elektrotechnik und Medientechnik.
Die Planung und Bauleitung lag beim Ing.-Büro ENT, Burghausen.
Die Beleuchtung wird wahlweise mit einer vollautomatischen Lichtsteuerung mit über 250 programmierbaren Lichtszenarien oder mit einer tageslichtabhängigen Steuerung betrieben. Die Leuchten haben ein Farbspektrum, das für Fernsehaufnahmen geeignet ist.
Im Plenarsaal und in den angrenzenden Räumen wird eine flächendeckende Wireless-Lan-Struktur verwirklicht, die den Abgeordneten einen einfachen, schnellen und drahtlosen Zugang ins Internet ermöglicht.
Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die vorhandene Beschallungsanlage in wesentlichen Teilen wieder verwendet. Die Medientechnik wurde ergänzt. Der Bayerische Landtag verfügt nun über eine Übertragungsmöglichkeit ins Internet, zum eigenen Hausfernsehen und zum Bayerischen Rundfunk sowie zu anderen Anbietern. Die Übertragungskameras wurden fest eingebaut. Vorgesehen sind zwei Großbildschirme im Plenarsaal.
Auch die Sicherheitsbelange wurden ausreichend gewürdigt. So verfügt der Saal z. B. über eine Einbruchmeldeanlage mit Notrufaufschaltung zur Polizei. Maßnahmen zum Brandschutz erfolgen durch eine Brandmeldeanlage mit automatischen Rauchmeldern.
Im alten Plenarsaal wurden immer wieder Klagen zur Qualität der Raumluft nebst Zugerscheinungen laut. Vom Ing.-Büro Dr. Pitscheider, München, wurde die Klimatisierung des Saales neu konzipiert.Die Zuluft wird nun großflächig als Quellluft zugeführt. Hierzu wurde die Funktion des Quellluftauslasses an der Vorderseite der Abgeordnetentische in einem Versuchsaufbau bei der FH München mit Simulation aller klimatischen Verhältnisse geprüft. Für optimales Raumklima wird erforderlichenfalls die Zuluft be- oder entfeuchtet. Der Raum über der abgehängten Glasdecke wird als Puffer eigens be- und entlüftet.
Für die Sicherheit im Brandfall ist eine Entrauchungsanlage eingebaut worden. Nach automatischer Auslösung über Rauchmelder werden die Rauchgase nach oben abgesaugt. Dadurch steht ausreichend Zeit für eine sichere Flucht der Anwesenden zur Verfügung. Der weitere Fluchtweg über Lesesaal und Wandelgang wurde mit einer Sprinkleranlage versehen. Der Doppelbodenbereich wird wegen der Brandlast durch die umfangreiche Elektroinstallation mit einer Gaslöschanlage gesichert.

Das große Staatswappen von Nol Hennissen | © Bildarchiv Bayerischer Landtag | Foto Rolf Poss
Das große Staatswappen von Nol Hennissen
Foto Rolf Poss | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Kunst am Bau

Der künstlerische Entwurf von Nol Hennissen stellt das Bayerische Staatswappen und die Wappen der sieben bayerischen Bezirke in Form von Lochungen dar. Sie wurden an der Ost- bzw. Westwand angebracht. Die Wappen wurden mit Hilfe eines CAD-Programmes in ein Raster übersetzt. Dieses Raster war Vorlage für die Bohrungen, die mit einer numerischen CNC-Fräsanlage ausgeführt wurden. Im Bereich des Herzschildes sind Edelstahlstifte eingelassen, um die Rautenstruktur zu betonen.

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